Man kann sich nicht immer um die Biersorten herum mogeln, die den Namen der Region auf dem Etikett tragen. Daher heute mal das Pils von Dresdner Felsenkeller im Test. Da es offenbar zu Feldschlößchen gehört, erwarte ich das typische Industriepils. Da die Flasche selbst gar nichts zum Produkt mitteilen möchte, muss die Brauerei-Website herhalten:
Ein Pils für alle Gelegenheiten. Perfekt zum Feierabend gegen den Durst oder als Partyauftakt am Späti. Du triffst dich mit Freunden zum Stammtisch oder Grillen? Dann nicht ohne 1,2,3 Flaschen Felsenkeller Pils – oder gleich ein Kasten?
Einspruch Euer Ehren!
Farbe: Passt, goldene Farbe, hochglanzfiltriert. Es sieht also auf jeden Fall wie ein Pils aus.
Geruch: Auch im Duft muss es sich vor anderen Pilsnern nicht verstecken. Malzig-getreidig und hopfenwürzig. Vielleicht nicht gerade der Saazer Hopfen, aber doch ein klassischer. Eine Spur Karamell bemerke ich ebenfalls.
Schaum: Das schäumte schnell nach oben für ein Pils. Feinporig und recht stabil, also durchaus gelungen.
Einstieg: Leichte Malzsüße, ein angenehmes Prickeln und ich ahne, dass es bald feinherb wird. Der Hopfen macht sich schon bemerkbar, aber an der Zungenspitze wirkt alles noch recht matt.
Auf der Zunge: “Matt” ist wohl auch das Wort, das dieses Bier am besten beschreibt. An sich bleibt es die ganze Zeit über eher süßlich. Der Hopfen, der beim Pils so wichtig ist, kommt kaum zur Geltung. Vor allem im Aroma so gut wie gar nicht, eine Spur von Bitterkeit gibt es jedoch schon. Ich könnte jetzt sagen, dass es ein schlankes Bier ist, doch schwachbrüstig oder dünn beschreibt es besser.
Abgang: Ja, hier gibt es immer noch ein wenig Bitterkeit, die aber den Abtrunk nicht weiter gefährdet. Ich würde ja gern süffig sagen, wenn das Bier selbst nicht so nichtssagend wäre. Eine gewisse Drinkability hat es insofern, dass man es gut runterkriegt.
Fazit: Tja, irgendwie ein weiteres dieses eher seelenlosen Massenbiere (auch wenn es wohl kaum die Massen erreicht, gesehen habe ich es nur in der Region). Nicht total schlecht, aber auch weit weg davon “gut” zu sein. 4/10.