Als ich vor einiger Zeit das Estrella Galicia das erste Mal auf der Bierkarte eines mexikanischen Restaurants sah, glaubte ich, dass dieses Bier wohl nicht sonderlich bekannt ist. Einige Wochen später erkannte ich meinen Irrtum, als ich es im Edeka um die Ecke fand und zur Verkostung mitnahm. Cerveca Especial. Helles Exportbier. Mehr verrät das Etikett dieser spanischen Bierflasche mir nicht. Fragen wir also die Website der Brauerei.
Goldglänzendes Bier aus ausgewählten Malzsorten und besonders bitterem Hopfen. Das Kochen, die Gärung und die Reifung nehmen über 20 Tage in Anspruch. All dies ergibt ein Bier mit einem angenehmen, markant hopfigen Geschmack.
Interessant, dass Röstmalz und Nugget-Hopfen drin sein soll. Des Weiteren Mais.
Außerdem:
Geschmack: Neutrales und leichtes Mundgefühl, mit einem sehr markanten Hopfengeschmack. Aroma : Erinnert an die Gerste und das Malz, aus dem das Bier gebraut wurde, mit Röstnoten und einem Hauch von Nüssen.
Ich frage mich, ob ein helles Export wirklich so viele Nuancen aufweisen wird.
Farbe: Sieht zunächst erstmal ganz nach einem hellen Export aus. Dunkelgelbe Farbe, also nicht ganz so hell wie ein Pils, aber auch nicht so viel dunkler. Vielleicht zeigt sich hier das Röstmalz, doch so viel kann es nicht sein. Gut filtriert.
Geruch: Ich finde, man kann den Mais leicht süßlich herausriechen. Das Malz erinnert eher an Toast und der Hopfen duftet herb und würzig, bleibt jedoch dezent im Hintergrund.
Schaum: Es schäumt wie verrückt, was man sonst von diesem Biertyp gar nicht kennt. Vielleicht kommt das vom Mais? Auf jeden Fall schön stabil. Gibt ein Bienchen.
Einstieg: Viel Kohlensäure, dann direkt malz(oder mais?)süß. Vom ach so bitteren Hopfen bemerke ich (bislang) nichts.
Auf der Zunge: Ja, etwas hopfiger ist es jetzt. Vor allem Kräuter kommen in den Geschmack. Markant finde ich das aber nicht. Malz und Mais sind im Aroma dominant, auch wenn das Bier natürlich eher “leicht” wirkt, was bei dem recht hohen Alkoholgehalt erstaunlich ist. Insgesamt geht das alles jedenfalls mehr Richtung flüssiges Brot. Die Nüsse schmecke ich allerdings nicht heraus.
Abgang: Ja, jetzt verziehe ich das Gesicht doch etwas, denn die große Bitterkeitskeule kommt dann im Abtrunk. Hätte ich jetzt nicht gebraucht, weil es der Süffigkeit abträglich ist (finde ich).
Fazit: Es ist weder ein auffallend gutes, noch ein schlechtes Bier. Geht in der Masse heller Lagerbiere auf der Welt jedoch ein bisschen unter. 6/10.