Heute betrete ich mal Neuland und probiere ein Dosenbier von der Brauerei Rittmayer (bislang hatte ich von ihnen nur Flaschen). Warum auch nicht? Entgegen seines Rufs schützt die Dunkelheit und Luftdichtheit das Bier wesentlich besser vor manchen Alterserscheinungen und Fehlaromen als es eine Flasche kann. Es soll übrigens ein Helles sein. Auf der Website der Brauerei finde ich es nur in Flaschenform und zitiere daher dort (und ein Braushop gibt mir Recht):
Ein Bier wie früher: Bereits 1422 erhielt das ehemals Gräfliche Brauhaus vom Markgrafen von Kulmbach ein Wappen für sein gutes Bier verliehen. Dieses helle Vollbier bewahrt die lange Tradition der heutigen Familienbrauerei. Eben wie früher.
Farbe: Goldgelb wie das Sommerkorn, dazu so glanzfein filtriert wie es nur geht. Jap, so darf ein Helles schon mal aussehen.
Geruch: Hauptsächlich malzig-süßlich. Ein bisschen wie Honig, aber unterstützt von einer feinwürzigen Hopfenblume. Passt zum Hellen aus Bayern.
Schaum: Wie bei so manchen hellen Lagerbieren nicht so stabil. So lange es Schaum gab, war er grob- und mittelporig. Würde es unteren Durchschnitt nennen.
Einstieg: Angenehm prickelnd, passt doch ausgezeichnet zum Hochsommer. Nicht so süß wie im Duft, eher mit dieser typisch bayerischen Brotzeitnote ausgestattet.
Auf der Zunge: So bleibt es auch. Die Kohlensäure wird weder zu viel, noch zu wenig. Das Hauptaugenmerk liegt auf den getreidigen Malzaromen. Der Hopfen unterstützt dabei, dass das Bier nicht zu süß wird. Bitterkeit gibt es nicht. Ein leichtes, erfrischendes, gut auskomponiertes Bier bisher. Nicht total vollmundig, doch keinesfalls dünn.
Abgang: Insgesamt süffig würde ich sagen, aber es gibt ein kleines “Nebenaroma” vom Hopfen, das mich in seiner Intensität hier ein wenig stört. Hat was von Kräutern. Zum Glück gerät der Abtrunk trocken und so sehnt sich man sich schnell nach dem nächsten Schluck. Weitertrinken!
Fazit: Ein sehr gutes Helles und sich als solches zu behaupten, ist bei der Masse an guten bayerischen Hellen, die es gibt, gar nicht so einfach. Respekt also vor der Leistung der Brauer, auch wenn es ein paar kleinere Abzüge gibt. 8/10.