Grosch Festbier hatten wir schon. Heute ist der Fuhrmannstrunk dran. Wer kennt es nicht? Den ganzen Tag fährt man mit der Kutsche und abends will man nur noch sein Feierabendbier. In diesem Falle ein Dunkles, wie die Flasche mir verrät.
Der mahagonifarbene, seidig glänzende Fuhrmannstrunk mit seinem wunderbar cremigen Schaum entfaltet beim ersten Schluck seinen vollen Malzcharakter. Der Trinkgenuss offenbart sogleich leichte Röstaromen von Kaffee und Karamell, um schließlich mit einem dezenten Hopfenaroma abzuschließen.
Das klingt nach meinem Geschmack. Ich versuche also, mich für die nächste Zeit als Fuhrmann zu fühlen.
Farbe: Mahagoni kommt hin, ein schönes, dunkelrotes Braun. Gut filtriert überdies. Wahrlich, bildschön zu kredenzen.
Geruch: Duftet nach Karamell, schön keksig. Hopfen oder Kaffee drängen sich mir jetzt nicht auf.
Schaum: Cremig ist der Schaum, wohl wahr, doch entschwindet er gar zu hastig. Eine Spur Schaum verbleibt jedoch im Glase.
Einstieg: Es prickelt an der Zungenspitze und kommt zunächst wie eine Portion flüssiges Brot daher. Gar nicht weiter süß, doch ebenso wenig bitter. Bislang ein erquickender und wohlschmeckender Gerstensaft.
Auf der Zunge: Gebratenes Brot mit Karamell, dazu ein Schuss Kaffee und der Charakter des Trunks ist hinreichend beschrieben. Vollmundig und mit einem Hauch von dunklem Bock. Man vermag sich an dieser ausgewogenen Komposition zu laben.
Abgang: Durchaus süffig, aber im Abtrunk erscheint eine etwas zu pflaumige Aromanote. Nichts, was einen davon abhielte, weiterzutrinken.
Fazit: Preiset das Bier für seine Tugenden, zeigt Gnade für seine winzigen Schwächen. Der Braumeister ist ein Gelehrter seiner Zunft und jeder Fuhrmann möge eine Weile dessen Erzeugnisse zechen, bevor er schließlich von dannen zieht. 9/10.