Jever Pilsener

Jever Pilsener

von: Bierblog

erstellt am: 21.10.2022

Jever ist so ein bisschen meine Nemesis. Das letzte Mal wahrscheinlich vor 15 Jahren getrunken und es kam mir so abartig bitter vor, dass ich keine zweite Flasche davon haben wollte. Sei’s drum, Geschmäcker ändern sich, Brauverfahren und Rezepte auch. Mal schauen, wie es mir heute mit dem Jever Pilsener ergeht. Friesisch herb steht auf der Flasche, da hab ich gleich Respekt.

Auf der Rückseite findet sich außerdem:

Das weiche friesische Brunnenwasser und eine Spur Hopfen mehr verleihen Jever Pilsener den einzigartigen und unverwechselbar herben Charakter.

Wäre eigentlich ein tolles Bier für Halloween, denn ich habe jetzt schon Angst.

Jever Pilsener

Farbe: Nichts zu beanstanden, hellgelb. Vielleicht fühlen sich die kleinen Fliegen hier deshalb so davon angezogen.

Geruch: Einerseits malzig-süßlich, dann aber auch dezent fruchtig und sogar etwas schwefelig. Nun ja, angeblich ist das durch Nutzung von grünen Flaschen ja absichtlich so. Riecht noch gar nicht herb.

Schaum: Durchschnittliche Schaumkrone, ein Weilchen hat man schon was davon, aber dann wird sie doch eher kläglich und vermag den Gerstensaft nicht mehr zu schmücken.

Einstieg: Eine ganz dezente Süße und ja auch dieser schwefelige Lichtgeschmack. Schon hier merke ich, dass es gleich mit der Bitterkeit losgeht, aber noch gibt es auch ein paar getreidige Malze rauszuschmecken, wenn auch nicht viel davon.

Auf der Zunge: Die Bittere drängelt sich nach vorn, aber wird noch zu einem Drittel von Süße und Brotigkeit aufgehalten. Ich ahnte schon, dass das Bier jetzt kein Geschmacksfeuerwerk wird, aber dass die für mich attraktiven Aromen so untergehen…schade. Dünnbier ist es nun auch nicht, da hatte ich schon Pilsener mit deutlich weniger Gehalt, aber dem Jever täte ein etwas ausgeprägterer Malzkörper gut, jedenfalls meiner höchst subjektiven Meinung nach.

Abgang: Boah nee. Als wenn man in seine Kindheit zurückversetzt wird und so einen DDR-Hustensaft verabreicht bekommt. Es mag Leute geben, die auf Jever stehen, aber ob das irgendwer wirklich süffig findet? Richtig unangenehm und hängt auch lange nach. Ich habe das Gefühl, dass meine Geschmacksnerven gerade absterben oder zumindest betäubt werden.

Fazit: Also Jever hat sich seit 2007 nicht verändert, eine gute Nachricht für Fans, eine schlechte für mich. Übertrieben bitter erscheint mir dieses Bier, was schade ist, weil es bei den restlichen Aromen, sofern man sie denn unter der herben Ummantelung zu entdecken vermag, ein paar Dinge besser macht, als andere Industriepilsener. Gerade so, mit immer noch verzerrtem Gesicht, 3/10.

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