Kanone Zwick’l - ein Name wie eine Granate. Aber im Ernst: ein unfiltriertes fränkisches Bier, das - so meine ich - mir vor vielen Jahren schon einmal wärmstens empfohlen wurde. Da hoffe ich auf einen superben Trinkgenuss. Was sagt die Flasche?
Der Zwick’l - das ist der Probehahn am Lagertank. Mit einer gezwick’lten Probe stellt unser Braumeister den Reifegrad des Bieres fest. Wer Bier schon einmal so probiert hat, weiß wie einmalig es schmecken kann. Ausgewähltes Spezialmalz sorgt für den bernsteinfarbenen Glanz. Unser naturtrübes Zwick’l kann mit Stolz behaupten: Schmeckt total Kanone!
Dazu der Hinweis, dass naturtrübes Bier kurz gedreht gehört. Gesagt, getan.
Farbe: Sieht orange aus, also irgendwas zwischen hell und bernsteinrot. Ich habe die korrekte Bezeichnung aus der Farbskala gerade nicht im Kopf, aber es ist definitiv naturtrüb. Alles gut.
Geruch: Typisch für ein Zwick’l riecht es malzig (irgendwie keksig und nach Toffee), hefig und so ein kleines bisschen muffig. Das sind die Düfte der Lagerkeller. Ganz klassisch.
Schaum: Der war ziemlich dicht, beinahe cremig und semi-stabil. Ein schmaler Schaumfilm verbleibt noch einige Zeit im Glas. Sieht also nicht nach fünf Minuten wie Orangensaft aus.
Einstieg: Wow, wie das prickelt! Bei fränkischen Zwick’lbieren gibt es aber auch öfter mal sehr wenig Kohlensäure, aber dieses Bierchen möchte spritzig sein. Direkt danach kommt das Malz, das gar nicht mal so süß, sondern recht brotig schmeckt.
Auf der Zunge: Genauso geht es weiter. Ein Aroma wie flüssiges Brot. Erinnert im ersten Moment an ein Münchner Helles, ist aber viel vollmundiger, was auch daran liegen könnte, dass hier eine wahrnehmbare, feinherb-würzige Hopfung vorliegt. Die ganze Zeit bewegt sich dieses Bier an der Grenze zur Bitterkeit, ohne sie zu überschreiten. Stattdessen wird das Malz sehr gut durch den Hopfen ergänzt. Dazu herrlich erfrischend.
Abgang: Es wird auch nicht mehr bitterer. Ganz süffig geht es mit einem Schuss Zitrus runter und bleibt einfach fränkisch gut.
Fazit: Also jetzt habe ich Bock, auch die anderen Biere dieser Brauerei zu probieren. Scheinbar gab es nichts zu meckern und immer wenn das so ist, bleibt mir nur eins. Die Höchstnote. 10/10.