Lang Bräu Lager

Lang Bräu Lager

von: Bierblog

erstellt am: 16.10.2022

Lang Bräu Lager - Brewers Gold aus Schönbrunn im Fichtelgebirge, so sagt es mir die Flasche. Da lässt sich also ein typisch Helles erwarten. Typisch? Die Rückseite der Flasche spricht von einem Klassiker, der neu interpretiert wurde. Vielleicht gibt es also doch Überraschungen?

Ein unfiltriertes, rundes Lagerbier mit einer ausgeprägten Edelhopfung, harmonischen Malznoten und dem internationalen Flair feinster Lagerhefe. In über 6 Wochen schonender Kaltreifung im Schönbrunner Eiskeller entwickelt unser Lagerbier bei 0 Grad seine ausgewogene und doch so unverwechselbare Persönlichkeit.

Ein Bier, das nicht aneckt, sondern rund und weich die Kehle herunter läuft.

Dann erwartet mich zumindest kein Pale Ale Lager mit Maracuja-Hopfen. Tatsächlich sagt die Website der Brauerei sogar ganz genau, welche Zutaten verwendet worden sind. Als Hobbybrauer für mich sehr interessant. Schmeckt es gut, braue ich es vielleicht mal nach.

Lang Bräu Lager

Farbe: Sieht dunkler aus, als es ist. Eigentlich ein typisches Helles, das man optisch auch leicht mit einem Pils verwechseln könnte.

Geruch: Es duftet hopfig. Einerseits leicht fruchtig, andererseits kräuterig-würzig. Auf jeden Fall frisch. Mal schauen, ob man es genauso rausschmeckt, wie man es rausriecht. Von den Malzen setzt sich im Geruch eher das Caramalz durch.

Schaum: Top Schaumkrone. Stabil, feinporig, einfach schön anzuschauen.

Einstieg: Ja, die erste schmeckbare Zutat ist Hopfen. Und ich habe mich geirrt: es ist doch fruchtig, aber nicht penetrant fruchtig, denn die Kräuter und Gewürze, die meine Nase schon wahrgenommen hatte, schlagen sich auch im Geschmack nieder und verhindern, dass es zu sehr nach Fruchtgummi schmecken kann. Übrigens haben wir hier einen äußerst prickelnden Start für ein Lager.

Auf der Zunge: Weiter vom Hopfen dominiert, jetzt darf auch die Bitterhopfung ihre Facetten zeigen. Es wird feinherb, für ein Lager schon fast zu feinherb, aber eben nur fast. Die Werbung hat nicht zu viel versprochen, denn die Aromen, zu denen sich jetzt auch Karamell- und Brotnoten gesellen, sind größtenteils ausgewogen und aufeinander abgestimmt. Ich könnte schwören, dass einiges Feintuning nötig war, um dem Rezept zu diesem Ergebnis zu verhelfen.

Für ein Lager ist das Bier außerdem kräftig, ohne direkt vollmundig zu sein, da es seine erfrischende, durstlöschende Leichtigkeit nie ganz verliert. Außerdem kommt die Hefe geschmacklich auch durch, bleibt aber größtenteils neutral. Wer es nicht mag, schüttelt die Flasche eben weniger.

Abgang: Nicht mehr viel bitterer, aber zu herb um völlig süffig zu sein. Trotzdem ein Bier, das ich gern trinke.

Fazit: Eine neue Interpretation eines Lagers ist dieses Bier wirklich. Warum nur muss es immer so ein Fruchthopfen sein? Aber okay, zu hellen Bieren passen die zugegebenermaßen recht gut und dieses Bier ist ja auch ein gelungenes Exemplar. Kleinere Schwächen gibt es zwar, doch einen Schluck ist es allemal wert. Sollte ich es nachbrauen, lass ich den Fruchthopfen weg und schaue, was passiert. Ergebnisse gibt es dann im Blog. 8/10.

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