Die wissenschaftliche Brauerei hat was Neues im Sortiment und dazu noch ein Rotes - da werde ich direkt schwach, zumal es farblich ja auch zu Weihnachten passt. Da bin ich mal gespannt, welchem Stil das Bier denn folgt. Eher fränkisch inspiriert? Womöglich britisch? Was sagt denn eigentlich das Fläschchen?
Leuchtend rotbraun, vollmundig und mit ausbalanciertem Malzaroma präsentiert sich diese akademische Hopfenkreation. Ein Bier mit Charakter.
Klingt für mich eher fränkisch.
Farbe: Leuchtend rotbraun - kommt hin. Erinnert mich so ein bisschen an Irish Reds. Dazu ziemlich klar filtriert. Ich hoffe, das ist dem Geschmack nicht abträglich
Geruch: Es riecht keksig für mich, die Malze geben hier also den Ton an. Welcher genauen Gattung das Rote nun aber angehört, kann ich noch nicht feststellen.
Schaum: Na ja, da habe ich schon besseren, aber auch schon schlechteren erlebt. Solider, mittelporiger Durchschnitt.
Einstieg: So keksig wie es riecht, ist es dann auch im Antrunk. Eine wunderbar süßliche Malznote, das könnte gleich vollmundig werden. Außerdem prickelt es auch angenehm.
Auf der Zunge: So süß wie es war, bleibt es nicht, denn da gibt es tatsächlich Bitterhopfen, der, so zurückhaltend er im Duft auch war, nun seine Geschmacksanteile einfordert. Das führt zu einer recht ausgewogenen, vollmundigen Mischung. Trotz der 5,5% Alkohol fühlt sich das Bier leicht auf der Zunge an und hat einen erfrischenden Charakter.
Abgang: Die Bittere nimmt noch mal leicht zu, die Süffigkeit dadurch ein bisschen ab. Ich glaube, da hat Lohrmanns mit Vorsatz etwas mehr hineingetan als die 23 IBU auf der Flasche behaupten. Vielleicht bin ich heute auch nur über alle Maßen empfindlich. Dennoch ein ordentlicher, trockener Abtrunk.
Fazit: Nach hinten raus ist die Komposition nicht mehr ganz so stark wie am Anfang und in der Mitte des Trinkvergnügens. Am Ende macht dieses Bier aber fast alles richtig, wenn es auch mit so manchem fränkischen Rotbier noch nicht mithalten kann. 8/10.