Meinel Bräu Mephisto

Meinel Bräu Mephisto

von: Bierblog

erstellt am: 20.08.2022

Ein Bier, das “Mephisto” heißt, muss ja teuflisch gut sein. Zart-rauchig ist es laut Flasche. Der Dame auf dem Etikett scheint es zu munden, vielleicht lasse ich daher mal den Werbetext zu Wort kommen.

Unser zart-rauchiges Exportbier. Inspiriert von Goethes Faust. 1806 besuchte der Geheimrat unser Brauereigelände auf dem ehemaligen Hofer Steinbruch und hielt die Felsformation in seinem Tagebuch fest. Due Eigenkreation des Bierstil Export, brauen wir nach Bayerischem Reinheitsgebot, aus Gersten-, Karamell- und Buchenrauchmalz. Moderat gehopft. Lange, kalte Gärung und Reifung mit untergäriger Brauhaushefe. Passt zu würzigen Suppen, gegrilltem Fleisch, Steak, Grillgemüse und würzigem Käse. Genusstemperatur: 9°C.

Klingt ja erstmal nicht verkehrt. Nur um die 9°C sollte ich mich doch kurz kümmern.

Meinel Bräu Mephisto

Farbe: Ein helles Rauchbier hat man auch nicht alle Tage. Wenn man es so sieht, könnte es glatt als Pils durchgehen, so goldgelb leuchtet es. Dazu richtig sauber filtriert. Von der Brauhaushefe sieht man nichts mehr.

Geruch: Im Geruch bemerke ich den Schinken nur marginal, aber es ist ja auch nur als “zart-rauchig” deklariert. Cara- und Gerstenmalz sind schon eher riechbar und, trotz der milden Hopfung, meine ich so ein bisschen Hopfenwürze im Duft wahrzunehmen.

Schaum: Grobporig und nicht sonderlich stabil. Vielleicht habe ich auch mein Glas nicht gründlich genug ausgespült.

Einstieg: Leichtes prickeln, leichte Süße, leichtes Getreide. Dazu so ein bisschen Frucht. Alles an diesem Antrunk ist zaghaft, weich, unspektakulär, hier aber mal nicht negativ gemeint. Langsam, aber sicher schleicht sich der Geschmack die Zunge empor.

Auf der Zunge: Ein Stückchen weiter nimmt die Intensität der Aromen nur unwesentlich zu. Tatsächlich könnte man dieses Bier “zart” nennen. Am meisten kommt noch der Gerstengeschmack zur Geltung, aber vollmundig wird es nie. Wir haben hier ein leichtes Sommerbier, das so schüchtern ist wie ein Katholik, der im Begriff ist, seine Unschuld zu verlieren. Manche Biere scheinen eine Mission zu haben, aber dieses kann nicht missionieren. Dieses Bier, mit seinem weichen Körper und dem minimalen Bitterhopfeneinschlag, will einfach nur gefällig sein.

Abgang: Es wird auch nicht mehr bitterer und eben weil es auch sonst so seicht ist, ist es süffig. Wo ist eigentlich der Rauch? Erst hier bemerkt man geschmacklich überhaupt etwas davon, aber der Schinken verhält sich wie der Rest des Bieres, hintergründig, nur im Ansatz vorhanden.

Fazit: Ich grüble immer noch, was oder wohin dieses Bier eigentlich will. Es ist irgendwie nichtssagend, jedoch auch weit davon entfernt schwach zu sein. Solide ist aber ebenfalls nicht das richtige Wort. Teuflisch ist es jedenfalls nicht, aber vom Himmel ebenso weit entfernt. 6,5/10.

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