Oberreichenbacher Rotbier

Oberreichenbacher Rotbier

von: Bierblog

erstellt am: 02.09.2020

Rotbier aus Franken! Wer könnte das ablehnen? Ich jedenfalls nicht. Stattdessen freue ich mich sehr auf dieses Bier wie aus “Urgroßvaters Zeiten, gebraut nach dem alten Rezept von 1661”. Letzteres könnte natürlich auch für schlechte Qualität stehen, immerhin waren die Biere in der damaligen Zeit nicht unbedingt immer die Besten, aber ich gehe mal davon aus, dass diese Beschreibung eher positive Gefühle aufgrund von langjähriger Tradition wecken soll. Das Bier stammt aus dem Brauereigasthof Geyer und Gasthofbrauereien haben mich bislang selten enttäuscht. Also schnell trinken, bevor es schlecht wird.

Oberreichenbacher Rotbier

Farbe: Es hat in der Tat eine rotbraune Farbe, je nachdem, wie das Licht steht. Ich bin immer fasziniert von roten Bieren, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass die Farbe nicht so einfach hinzubekommen ist.

Geruch: Es riecht zunächst einmal karamellig, aber dann kommt auch eine deftige Hefenote durch und ich frage mich, ob dies ein obergäriges Rotbier ist (falls es so was gibt). Je nachdem wie nah ich mit der Nase herangehe, weicht der Hefeduft einem Hauch von Brot.

Schaum: Eine beinahe cremige Schaumkrone, sehr feinporig. Dauert nicht ewig an, aber verschwindet auch nicht völlig aus dem Glas. Wird immer wieder von der leicht nachblubbernden Kohlensäure gespeist.

Einstieg: Beinahe rauchig, aber nur fast. Das Brot und die Hefe sind bereits wahrnehmbar. Auffällig wenig Kohlensäure, könnte ein Ungespundetes sein.

Auf der Zunge: Nun darf auch die Süße sich etwas mehr zeigen, eine Süße so zart wie Blütenhonig. Passt gut mit den anderen Aromen zusammen, aber auch die Hopfenwürze ist jetzt deutlich spürbar. Sogar minimal herb wird es, aber das passt gut zum Rest, von der Komposition her also top. Es dürfte noch etwas kräftiger sein, wobei ich dem Bier die Vollmundigkeit weder absprechen kann, noch will.

Abgang: Etwas mehr Bittere und Rauch. Kein Problem, denn es ist trotzdem süffig und gleich dazu ein prima Durstlöscher.

Fazit: Ein Rotbier nach meinem Geschmack, so viel stelle ich fest. Ein wunderbar ausbalanciertes Bier. Wenn die Aromen noch mehr Schubkraft entwickeln würden, wäre es perfekt. So sind es 9/10.

PS: Vom Geschmacksprofil her wirkte es nicht wie ein obergäriges Bier.

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