Pyraser Weihnachtsfestbier 2020

Pyraser Weihnachtsfestbier 2020

von: Bierblog

erstellt am: 25.12.2020

Die Pyraser Landbrauerei zaubert mir ein Weihnachtsfestbier auf den Tisch. Ich spüre die Berührung des heiligen Geistes geradezu. Was gleich auffällt: Die Flasche kommt mit gewöhnlichem Schraubverschluss daher. Sieht man selten.

Die Flasche hält zudem fest:

Wenn es draußen stad ist und die Nächte lang und schwarz sind, sitzt man gerne im Warmen beisammen. Dann passt dieses Festbier perfekt: Gebraut aus hellem und dunklem Malz, goldfarben und feinherb, ist es eine abgerundete Mischung, die ganz unaufdringlich Akzente setzt.

Ich sitze hier leider allein, während ich den Test mache, hoffe aber, dass das Bier dennoch zündet.

Pyraser Weihnachtsfestbier 2020

Farbe: Viel dunkles Malz kann nicht verwendet worden sein. Es hat in der Tat die ausgewiesene goldene Farbe. Ein sehr klares Bier, ich kann jede Kohlensäureperle hochsteigen sehen.

Geruch: Vor allem hopfenintensiv. Grasig-würzig und leicht fruchtig. Malz gibt es auch, aber es ist kaum riechbar.

Schaum: Eine ansehnliche, nur langsam fallende, das heißt sehr stabile, feinporige, fast sahnige Schaumkrone. Gerne mehr davon!

Einstieg: Ein bisschen pflaumig geht es los. Schönes Prickeln, kombiniert mit karamelliger Malzsüße. Es wirkt erst mal auch sehr leicht, was mich angesichts der 6,1 % Alkohol doch ein wenig wundert, aber vielleicht ändert es sich ja gleich.

Auf der Zunge: Aha, jetzt kommt der feinherbe Teil, der auf dem Flaschenetikett erwähnt wurde. Endlich einmal ist es feinherb im wahrsten Sinne des Wortes, also nicht einfach nur bitter. Es ist genau die richtige Prise Hopfen, um das Bier nicht zu süß werden zu lassen und ihm gleichzeitig durstlöschende Eigenschaften zu verleihen. Dadurch werden die Malzaromen jetzt auch getreidiger, während die Fruchtnoten sich zurückziehen. Vom Körper her immer noch leicht. Fast ein bisschen wie ein Pils-Festbier. Phasenweise auch etwas wässrig geraten.

Abgang: Im Abtrunk leicht zu herb, generell ist der Hopfen jetzt zu dominant, um es noch vollmundig werden zu lassen. Süffig finde ich es irgendwie trotzdem, auch, weil das Bier es schafft, zu keiner Phase alkoholisch zu schmecken.

Fazit: Hach schwierig, einerseits ist es insgesamt nicht so mein Ding, andererseits bewundere ich das Ergebnis, das hier beim Brauen herausgekommen ist. Nicht nur der Flaschenverschluss, auch der Inhalt der Flasche ist ungewöhnlich. Kein typisches Festbier, sondern ein interessanter Ansatz, den man sicher noch ausdifferenzieren könnte. Belohnt wird der Mut trotzdem. Es ist ja (immer noch) Weihnachten 7/10.

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