Radeberger Pilsner

Radeberger Pilsner

von: Bierblog

erstellt am: 29.08.2022

Ich dachte mir, dass ich nach längerer Zeit ruhig mal wieder eine Themenwoche starten könnte. Die erste von mehreren, denn, was gibt es in diesem Land häufiger als Industrie-Pilsner? Bislang sind diese äußerst selten in diesem Blog vertreten und das aus gutem Grund. Dennoch mag ich mich nicht länger vor ihnen drücken und fange mit einem Bier an, das ich in meiner Wahlheimat nicht weiter vorstellen muss: das Radeberger Pils. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich es noch nie probiert hätte, doch sind meine inzwischen über 10 Jahre alten Erinnerungen daran ziemlich naturtrüb. Jetzt muss es sich noch mal meinen Geschmacksnerven stellen. Heute aus der Dose, damit es auch so richtig stilecht ist.

Wer mehr darüber wissen möchte, wie Radeberger sich selbst sieht, möge hier weiterlesen. Zu viel, um das hier zu zitieren, daher lasse ich es mal unkommentiert.

Radeberger Pilsner

Farbe: Die Farbe passt, hellgelb oder auch golden, wenn man es so nennen möchte. Alle nützlichen Inhaltsstoffe rausfiltriert (okay, das war jetzt eine sehr einseitige Sichtweise hehe). Sieht doch aus wie in der Werbung, oder?

Geruch: Es riecht im Ansatz so wie ein Pils riechen sollte, nämlich zunächst hopfig (wenn auch nicht stark hopfig) und dann auch malzig-süßlich. Dazwischen ist so ein leichter Duft nach etwas, das zu feucht geworden ist. Keine Schande, Becks hat diesen Duft geradezu kultiviert.

Schaum: Feinporig und weiß, anfangs glaubte ich sogar, dass er stabil sein würde, weil er doch recht hübsch im Glas stand. Dann brach innerhalb von Sekunden plötzlich alles zusammen, was zu vor etwa eine Minute durchgehalten hatte. Seltsamer Effekt.

Einstieg: Am Anfang war…das Nichts. Zuerst bemerke ich geschmacklich gar nichts. Wie Wasser, dann kribbelt es ganz leicht und wird süß. Hat an der Zungenspitze was von Malzbier. Weicher, nichtssagender Antrunk, der kein erkennbares Geschmacksprofil aufweist.

Auf der Zunge: Die Kohlensäure findet weiterhin kaum statt, irgendwie zu wenig für ein “erfrischendes” Pils. Jetzt ist immerhin der Bitterhopfen mal präsent, es wird herber. Ansonsten plätschert es so vor sich hin. Am Malz wurde meines Erachtens ganz schön gespart, weder gibt es jetzt eine angenehme Süße, noch getreidige Brotaromen, die das Bier abrunden könnten. Stattdessen schmeckt es irgendwie seifig und wässrig, so ein Hauch von Spülwasser mit Bitterstoffen drin.

Abgang: Wie sollte es auch anders sein? Es wird einfach nur noch bitterer. Bittere Medizin soll ja am besten helfen, jeder muss im Leben mal eine bittere Pille schlucken und Jever ist bestimmt noch viel bitterer. Gewöhnen kann ich mich trotzdem nicht daran. Süffig? Gott, nein.

Fazit: Vor vielen Jahren kam ich mal nach einer Wanderung sehr erschöpft in einer Berggastwirtschaft an und es gab Radeberger vom Fass. Als Durstlöscher hatte es damals gerade so noch funktioniert. Ein paar Monate später trank ich mal ein Radeberger, das eindeutig zu lange in der Sonne gestanden hatte. Das heutige Erlebnis ist letzterer Erinnerung näher. Am Ende ein Bier ohne Identität für mich, wenig Geschmack und dazu Bitterkeit. Das mag für schmucke Werbung reichen, aber nicht für eine hohe Wertung. Was bleibt also? Es sieht okay aus, es hat einen soliden Duft, der Schaum war zunächst in Ordnung und der Antrunk hat nicht genervt. Wenn ich da großzügig bin, gibt es heute 2/10 Punkte für Radeberger. Mehr ist beim besten Willen von meiner Seite nicht drin.

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