Schübel a fränkisch

Schübel a fränkisch

von: Bierblog

erstellt am: 17.12.2021

“Schübel a fränkisch” - ein Titel so nichtssagend wie eine Bundestagsrede. Das kenne ich ja schon von einem anderen Bier aus derselben Brauerei.

Weiter unten auf dem Etikett sehe ich dann aber: “unfiltriertes Kellerbier” und: “Nach alter fränkischer Brauart aus bestem Hopfen und Malz hergestellt”. Über die Wayback Machine finde ich noch heraus, dass das Bier etwas dunkler ist und mit offener Gärung gebraut wird.

Ansonsten erscheint mir die Brauerei recht wortkarg. Aber warum reden, wenn man auch trinken kann? Oder schöner ausgedrückt: “Der kluge Mann, so glaubt es mir, der redet nicht und trinkt sein Bier.” Genau das werde ich jetzt machen.

Schübel a fränkisch

Farbe: Eine dunkle, bernsteinrote Farbe. Naturtrüb. Hübsch anzuschauen und so fränkisch!

Geruch: Es riecht schon sehr hefig und dadurch irgendwie fruchtig. Am ehesten erinnert es mich an Orange. Dazu diese leichte Muffigkeit, die viele Kellerbiere kennzeichnet.

Schaum: Außen grobporig, innen beinahe cremig. Schäumt ordentlich, aber sackt auch relativ schnell wieder ab. Für ein Kellerbier nicht ungewöhnlich.

Einstieg: Fruchtig ist es auch im Geschmack. Dazu schon hier herb. Kommt da etwa ein als Kellerbier gelabeltes Pale Ale auf mich zu? Außerdem ordentlich Kohlensäure.

Auf der Zunge: Auch jetzt bleibt der erste Eindruck bestehen: mindestens orientiert sich das Rezept an einem Ale. Je weiter der Gerstensaft den Gaumen erobert, desto herber wird das Aroma. Die Frucht bleibt, tritt aber hinter der Bitterkeit zurück. Definitiv ein fancy Hopfen, der hier Verwendung findet. Typisch fränkisch? Finde ich nicht. Wirkt immer mehr wie eine Anbiederung an den IPA Craft Beer Zeitgeist.

Abgang: Es wird zumindest nicht bitterer, sondern ein bisschen zitronig und auch die Malzsüße darf sich zeigen. Richtig süffig ist es trotzdem nicht. Dafür bleibt der Bitterhopfen zu dominant.

Fazit: Es schwankt zwischen Ale und Pale Ale, hat für meine bescheidenen Kenntnisse mit einem (typisch) fränkischen Kellerbier aber ungefähr so viel zu tun, wie Coca Cola mit gesunder Ernährung. Als Ale-Fan kann man schon einen Schluck riskieren, allerdings fehlt dem Bier als solches ein eigenständiger Charakter. Kopie bleibt eben Kopie. 5/10.

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