Schillers Schwarzer Rauch

Schillers Schwarzer Rauch

von: Bierblog

erstellt am: 13.03.2016

Für die 10. Verkostung dieses Blogs habe ich eine kleine Spezialität mitgebracht, die man nicht überall kaufen kann: Ein Rauchbier. Nein, nicht aus Bamberg sondern aus Neusörnewitz. Neusörnewitz? Von dieser Ortschaft hat sicherlich kaum jemand gehört. Jedenfalls gehört es zu Coswig. Coswig? Liegt bei Dresden und spätestens davon haben sicher alle schon mal gehört. Zurück zu Neusörnewitz: Dort existiert seit nunmehr einigen Jahren die kleine und sympathische Hausbrauerei Schiller, die sich für dieses Bier verantwortlich zeichnet. Malzaromatisch, mit dezenter Rauchnote soll es laut Etikett sein.

Wir werden sehen, denn zunächst einmal muss sich die Flasche in der hohen Kunst des Ploppens beweisen.

Das Ploppen macht doch schon mal Hoffnung auf mehr.

Farbe: Schwarz wie die Nacht.

Schillers Schwarzer Rauch

Geruch: Hmm, Räucherbier? Das Rauchmalz ist jedenfalls nicht zu überriechen. Erinnert mich ein wenig an Frühstücksschinken und, da ich kein Vegetarier bin, kann ich nur sagen: Lecker!

Schaum: Tja, viel gibt es nicht, sehr feinporig, sehr unstabil. Verschwindet ganz, ganz schnell aus meinem Glas.

Einstieg: Es prickelt auf der Zunge, ist ein bisschen bitter. Man bemerkt an dieser Stelle erstaunlicherweise nur etwas Röstmalzaroma. Interessant.

Auf der Zunge: Jetzt wird es wirklich rauchig, auch im Geschmack, die Rauchmalze schlagen richtig zu. Immer noch prickelnd, ein klein bisschen säuerlich, auch das Röstmalz kommt noch zum Vorschein. Von der Konsistenz her fühlt es sich etwas sämig an und trotzdem ziemlich leicht. Durch das Räucher-Aroma eignet es sich bestimmt gut für ein Barbecue. Es ist schon irgendwie vollmundig im Geschmack, auch wenn das Aroma natürlich sehr einseitig ist. Und was ist mit dem auf der Flasche versprochenen Malzaroma? Zählen Röst - und Räuchermalz auch? Die beiden Geschmäcker dominieren jedenfalls. Nach einem halben Glas glaube ich sogar etwas Süße zu spüren. Eine interessante Facette.

Abgang: Etwas bitterer als am Anfang. Erinnert mich dabei ein wenig an die typische Schwarzbier-Bittere. Das Räucheraroma setzt sich aber auch hier noch mal durch und ist das, was vorrangig im Gaumen verbleibt.

Fazit: Ein sehr interessantes Bier. Ich kenne viele, die gar nicht wissen, was ein Rauchbier ist, daher schön, dass diese kleine Brauerei ein solches im Angebot hat. Ob es nun süffig ist oder nicht, ist ganz schwer objektiv zu bewerten. Wenn man den Räuchergeschmack mag, dann ja, aber es ist eben nicht für jeden etwas. Mir gefällt es in Maßen jedenfalls gut. Kein Bier für den ganzen Abend, aber als Aperitif gut zu gebrauchen. Ich mag das Schinkenbier. Ich würde es allerdings noch lieber mögen, wenn es etwas weniger Bittere in allen Phasen des Trinkens hätte und die Rauchnote etwas dezenter (das Flaschenetikett hat hier leider nicht Wort gehalten) wäre.

Eine gute 8/10.

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