Weißenoher Altfränkisch Klosterbier

Weißenoher Altfränkisch Klosterbier

von: Bierblog

erstellt am: 14.11.2019

Von der Weißenoher Klosterbrauerei. Wer hätte das gedacht. Wieder einmal fällt mir ein fränkisches Bier in die gierigen Hände und ich erwarte nicht weniger als etwas Großartiges. Die Flasche ist äußerst geschwätzig, daher verzichte ich auf die Zusammenfassung und gebe den Text hier komplett wieder:

“Wir brauen Weißenoher Bierspezialitäten liebevoll aus heimischen [sic!] Malz, Hopfen und eigenem Quellwasser, Tradition und handwerkliches Können perfekt vereint. Ein bernsteinfarbenes, vollmundiges, klassisch fränkisches Klosterbier. Schon zu der Zeit, als der Pfalzgraf Aribo das Kloster Guizna gründete und dem Benediktinerorden stiftete, wurde dieses Bier so gebraut: mit reichlich Malz und Hopfen, durch aufwändiges Maischen, Läutern und Sieden. Guizna/Wiezna Anno Domini 880-1059, Wezenach 1205 und Weißenohe 1669 beschrieben den ‘Ort am weißen Bach’. Der Kalk im Wasser der fränkischen Schweiz verleiht unseren Bieren auch heute seinen typischen Charakter. Ein Traditionsbier aus der Klosterbrauerei Weißenohe.”

Klingt ja mehrheitlich gut. Ich hoffe, es schmeckt nicht zu verkalkt. Höhö, sorry, der musste sein.

Farbe: Ja doch, der Bernsteinfarbe schließe ich mich an, auch wenn es auf dem Foto dunkler wirkt.

Geruch: Riecht etwas hefig, dann sehr malzig, ohne zu süß daher zu kommen. Außerdem hopfig-würzig.

Schaum: Eine feinporige, mittelstabile Schaumkrone. Recht schön anzuschauen und als dünner Film schwimmt sie noch einige Zeit auf dem Gerstensaft.

Einstieg: Weicher, leicht prickelnder Antrunk. Malzig-säuerlich, minimal fruchtig. Im Hintergrund meine ich Röstmalze zu erkennen.

Auf der Zunge: Frisch, spritzig, beschwingt. Die Röstmalze kommen deutlicher durch. Dadurch bekommt es stellenweise einen ähnlichen Touch wie ein Bockbier, ohne jedoch so kräftig zu schmecken. Denn ja: direkt vollmundig finde ich es nicht. Zusätzlich ist der Trunk manchmal schon beinahe unangenehm hefig. Geschmacklich also nicht ganz ausgewogen. Es gibt zum Glück aber auch getreidige und etwas süßlichere Aromen, besonders in den vorderen Gaumenregionen.

Abgang: Schaumig und ölig, außerdem mit dezenter Bittere. Das Brotige kommt stärker durch, was es für mich persönlich relativ süffig werden lässt.

Fazit: Ein solides Bier, aber dank seiner vereinzelten Schwächen ist es nicht so stark, wie ich es mir erhofft hatte. Teilweise ist es zu hefig und zu röstmalzig. Ich habe gegen beide Aromen an sich nichts, wenn sie nicht den Rest so überlagern würden. Insgesamt ist es aber dennoch süffig und gut trinkbar, man könnte fast sagen: bekömmlich. Daher ordentliche 7/10.

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