Ammerndorfer Lager Urtyp war der Name des letzten Ammerndorfer Bieres, das ich verkosten durfte. Damals steckte die Welt noch mitten in der Pandemie, ist also schon ne Weile her. Zur heutigen Sorte, dem Spezial, sagt die Flasche allerdings nicht viel:
schmeggd nach Heimat - fränggisch, goud"
Fragen wir daher doch mal die Website der Brauerei:
„Für Bierkenner ein echtes Märzen.“
Ein Bier vollmundig und kräftig im Geschmack, charakterisiert durch eine leicht süßliche Caramelnote. Mit einer angenehm abgerundeten Bittere, pikant würzig und süffig besticht es durch seinen bernsteinfarbenen Glanz.
Na bitte, das klingt genau nach meinem Geschmack.
Farbe: Ja, Bernstein kommt schon hin, aber eher der goldene und weniger der rötliche Bernstein. Glänzen tut es auch, soll heißen: viel Trübung gibt es nicht. Sauber.
Geruch: Es riecht…klassisch. Wenn ich definieren müsste, wie Bier zu riechen hat, dann wäre es so wie das Ammerndorfer Spezial riecht. Einerseits natürlich kräftig-malzig, andererseits mit Hopfendüften, die an Kräuter und Gräser erinnern.
Schaum: Eine ansehnliche, feste Schaumkrone, die einem, feinporig wie sie ist, noch einige Zeit Freude bereitet.
Einstieg: Malzig-süß und mit jede Menge Prickeln geht es los. Schmeckt anfangs ein bisschen pflaumig. Außerdem kündigt sich auch ein bisschen Bitterhopfen an. Scheint so, als würde dies ein wirklich kräftiges Bier werden. Für ein Märzen ja nicht ungewöhnlich.
Auf der Zunge: Was für ein erfrischend spritziges Bier das hier doch ist. Schäumt quasi im Mund weiter, so dass es gar nicht so einfach ist, die Aromen zu erkennen. Ich versuche es trotzdem: Die karamellige Süße bleibt erhalten, wird jedoch von feinherben Hopfennoten ergänzt. Dadurch kommen die getreidigen Malzkomponenten besser zur Geltung und verleihen dem Bier einen kräftigen, vollmundigen Körper. Fließt alles recht sämig durch den Gaumen. Insgesamt eine feine Komposition. Könnte mir auch noch ein paar Röstaromen gut darin vorstellen.
Abgang: Es wird bitterer, aber nicht so, dass es dadurch ungenießbar wird. Alles im Lot. Nach wie vor süffig.
Fazit: Das Ammerndorfer Spezial ist ein ausgezeichnetes Bier, nachdem das letzte ja bereits eine 10/10 war, wundert mich das wenig. Die Brauerei hat es scheinbar drauf, auch wenn das Spezial nicht ganz die Höchstwertung erreicht. Aber 9,5/10 sind ja auch nicht schlecht, was?