Helles Schlenkerla Lagerbier

Helles Schlenkerla Lagerbier

von: Bierblog

erstellt am: 21.03.2018

Was wäre eine fränkische Woche ohne ein Bier von Aecht Schlenkerla? Das Rauchbier hatte ich ja bereits im Blog, also musste ein anderes her. Auch diese Lagerbieflasche hat eine Geschichte zu erzählen: “Helles Schlenkerla Lager wird mit feinstem Aromahopfen aus Spalt bei Nürnberg gebraut und reift in den Bierkellern aus dem 14. Jahrhundert unter der Schlenkerla Mälzerei & Brauerei in Bamberg. Es wird in den gleichen alten Kupferkesseln gesotten und mit derselben untergärigen Hefe vergoren, wie das klassische Aecht Schlenkerla Rauchbier. Der daraus resultierende ganz leichte Raucgeschmack macht das Schlenkerla Lager zu einem ungewöhnlichen und einzigartigen Vertreter des klassischen Biertyps Helles Lager.”

Ich muss gestehen, ich bin gespannt und erwarte ein nicht weniger als sehr gutes Lagerbier. Die meisten “Lager” fallen ja vor allem dadurch auf, dass sie eben kaum Geschmack haben. Hier muss es anders sein. Auf geht’s.

Helles Schlenkerla Lagerbier

Farbe: Farblich sieht es erst mal nach einem typischen Hellen aus. Goldgelb und klar

Geruch: Riecht anders als die oft sehr malzbetonten Lagerbiere. Auch hier duftet es danach, aber da ist noch etwas, etwas tatsächlich minimal rauchig-torfiges. Recht prägnant diese Würze, die ich nicht genauer bestimmen kann. Verdammte Erkältung.

Schaum: Nicht die allerstabilste Schaumkrone, aber die meisten Lager haben ja nicht mal Schaum. Hier ist er grobporig außen, wird nach innen feiner, aber wird eben schnell zerfressen.

Einstieg: Erst mal ungewöhnlich prickelnd. Malz- und Raucharomen vermengen sich, erinnern mich ein wenig an Barbecuesauce, so doof es klingt. Außerdem recht herb.

Auf der Zunge: Es wird bitter. Meine Güte. Wie unerwartet bei einem Lager. Sonst kenne ich ja nur die schwachbrüstigen, fast geschmackslosen, süßlichen. Die Süße ist hier allerhöchstens hintergründig wahrnehmbar. Hier dominiert der Bitterhopfen, der für mich leider alles andere viel zu sehr übertönt. Wirklich intensives Aroma entwickelt sich dadurch nicht, sondern es ist jetzt so ein bisschen wie Medizin zu trinken. Der Rest lässt sich nur erahnen, wird aber völlig überlagert.

Abgang: Und noch bitterer. Puh, süffig ist das nicht, sondern eher nervig. Komm Kind … auch noch den Rest.

Fazit: Ich weiß, ich bin da eine Memme, aber mimimi, es ist mir viel zu bitter. Macht doch bitte ein paar Prisen weniger Bitterhopfen in dieses Bier. Die Ansätze sind interessant, Pluspunkte dafür, dass es kein typisches Lager ist, aber verdammt, ich hatte es mir trinkbarer erhofft. Wer Jevers Bittere schätzt, aber findet, dass es ansonsten zu wenig Geschmack hat, kann hier vielleicht sein Glück versuchen. Denn Aroma hat es schon, nur sind meine Geschmacksnerven bei zu viel Bittere unfähig, dem Ganzen noch den entsprechenden Tribut zu zollen. Für mich ist das wirklich gar nichts. Ich würde trotzdem jedem empfehlen, es mal für sich zu probieren und ein eigenes Urteil zu fällen. Typisch Bayerisch Hell ist es jedenfalls nicht (also hütet euch ihr Tegernseer Fans). 6/10.

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