La Trappe Trappist Tripel

La Trappe Trappist Tripel

von: Bierblog

erstellt am: 16.12.2021

Heute geht es rund, mit meinem ersten, 8% starken Tripel Trappistenbier aus den Niederlanden. Auch Belgien ist für diese Sorte bekannt, die in den Klosterbrauereien der Trappistenmönche ihren Ursprung nahm. Obergärig gebraut, mit Glukosezusatz für die Extraportion Alkohol, sollen sie dennoch einen leichten Körper haben und damit zum Weitertrinken verleiten. Die Konsequenzen spürt man dann meistens erst, wenn es zu spät ist.

Glücklicherweise habe ich nur eine 0,75 Liter Flasche (sieht schon edel aus mit dem Korken) und kann daher nicht übertreiben. Schauen wir mal, was die Flasche selbst zu sagen hat:

A golden blonde Trappist ale with a white head. Fruity aromas of peach and apricot combined with a floral aroma. La Trappe Tripel is a classic Trappist ale with a powerful and full flavour. In addition, this ale has a candy-sweet and lightly malty character. The aftertaste is bitter and slightly dry. Serving temperature: 10-14°C.

Und:

La Trappe Trappist is an authentic Dutch beer from Berkel-Enschot. It has been brewed within the walls of the abbey of Onze Lieve Vrouw van Konigshoeven since 1884. This still happens under the supervision and responsibility of the Trappist monks. Part of the profits are donated to charity. These age-old principles result in a fair, authentic beer with a rich history of blissful silence and a taste like no other. Taste the silence.

Außerdem:

Top fermented ale with secondary fermentation in the bottle. Store in a cool and dark place, in upright position. Drink responsibly.

Klingt ja erst mal geschmacklich ganz angenehm, vielleicht geht es ja in die Richtung von Witbier. Richtig gelagert habe ich es jedenfalls und verantwortungsbewusst trinken werde ich es gleich auch. Leider habe ich kein richtiges Trappistenbierglas, aber es wird schon gehen.

PS: Schade, das Ploppen des Korkens hätte ich aufnehmen sollen.

La Trappe Trappist Tripel

Farbe: Das Foto gibt es nicht her, da sieht es bernsteinfarben aus, tatsächlich könnte man es rein farblich auch für ein Pils halten. Relativ klar, aber ich habe die Hefe wohl einfach noch nicht kräftig genug aufgeschüttelt.

Geruch: Es duftet zuerst nach Malz in all seiner Getreidigkeit, dann etwas süßer in Richtung Karamell und erst danach fruchtig. Interessanter Start, hatte ich anders erwartet. Schon mal kein Witbier. Dafür meine ich den Alkohol bereits herauszuriechen.

Schaum: Für ein obergäriges Bier eine recht instabile Schaumkrone. Außen grob, innen fein, aber gut, ist ja kein Weißbier.

Einstieg: Wie das prickelt. In Sachen Kohlensäure kann es mit einem Hefeweizen mithalten. Im Gegensatz zum Duft sind die Fruchtnoten im Antrunk bereits dominant. Das mit dem Pfirsich stimmt, so was kenne ich als Likör in Asia-Restaurants. Dazu gesellt sich Pflaume. Schon hier süß und bestimmt gleich noch süßer.

Auf der Zunge: Die Kohlensäure brennt sich in die Zunge, so wahr mir Gambrinus helfe. Ich finde nicht, dass es einen leichten Körper hat. Für mich wirkt es jetzt eher wie ein sehr alkoholisches Weizenbock. Äußerst likörig und die Aprikose zeigt sich auch. Ich hoffe, das hat jetzt keine Auswirkungen auf die Verdauung. Ein bisschen Bittere ist außerdem schon im Kommen.

Abgang: Spannend! Einerseits ist da die immer noch starke Kohlensäure, die das ganze zur Likörschorle werden lässt, andererseits fühlt es sich vom Aroma her jetzt wirklich wie ein Bananenweißbier an, das eine Extraportion Malz erhalten hat. Es wird daher vollmundiger als zuvor. Die Bittere nimmt nicht mehr zu. Süffig? Jein!

Fazit: Das Bier ist für mich gar nicht so leicht zu kategorisieren. Jetzt muss ich eigentlich noch ein anderes Trappistenbier testen, um mal einen Vergleich zu haben, ob es sich hier um einen typischen Vertreter handelt. Fruchtig ist es jedenfalls, könnte phasenweise als Weizenbock durchgehen, ist aber an manchen Punkten auch sehr malzbetont. Über allem schwebt die beißende Kohlensäure, die den Alkohol zwar nicht ganz verbergen kann, aber dem Bier einen Frischevorteil verschafft, wenn ich es mal so ausdrücken darf.

Das ist nun auch schwer zu bewerten. Würde ich das Bier ständig trinken wollen? Keinesfalls. Würde ich es weiterempfehlen? Definitiv. Das ist schon eine besondere Erfahrung. Fans von obergärigen Bieren können sowieso zugreifen. Perfekt finde ich es wiederum auch nicht. Es ist halt gut, nicht mehr und nicht weniger, insbesondere wenn ich daran denke, dass ich mit likörigen Bieren oft nichts anfangen kann. 7/10.

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