Von Lindenbräu hatte ich bislang erst ein Bier und bin, nachdem ich damals die Höchstnote vergeben habe, entsprechend gespannt auf das Vollbier, das heute vor mir steht. Da die Flasche mir nichts über ihren Inhalt verraten möchte, frage ich mal wieder die Website der Brauerei:
Lindenbräu Vollbier: Typisch fränkisches bernsteinfarbenes Bier, eingebraut mit Hallertauer Tradition und Hersbrucker Gebirgshopfen aus Lilling. Stammwürze P12 · Alkohol 5,2%vol
Typische fränkische, bernsteinfarbene Biere sind hier ziemlich beliebt. Auf ins Vergnügen.
Farbe: Ja, eine leicht rötliche Bernsteinfarbe. Sieht in der Tat klassisch aus. Nicht komplett trüb und nicht komplett glanzfein. Sympathisch.
Geruch: Es riecht auch typisch fränkisch. Brotig, keksig, hauptsache malzig. Der Hopfen findet für mich im Duft noch gar nicht statt und ich vermute, dass er auch geschmacklich eher die zweite Geige spielen wird.
Schaum: Der hätte etwas stabiler sein können. Trübt ein wenig die Haltungsnote.
Einstieg: Angenehme Kohlensäure und dann direkt ein Schwung fränkische Bierkultur. Schmeckt direkt wie es soll, wie flüssiges, süßliches Brot. An dieser Stelle noch eher leicht, aber ich wette, es wird gleich vollmundig.
Auf der Zunge: Ha, ich hatte recht! In der Tat vollmundig. Vom Aroma her kommen jetzt ein paar Röstmalze durch, die anfängliche Malzsüße weicht einem eher mischbrotigen Geschmack, garniert von etwas Hopfenwürze und auch -bittere. Letztere ist zum Glück nicht nervig oder kratzig, sondern eine vernünftige Ergänzung zum Rest. Insgesamt eine ausgewogene Melange. So schmeckt Franken.
Abgang: Alles wie gehabt, nur kräftiger. Nicht nur süffig, sondern durch die feinherbe Komponente auch ein echter Durstlöscher.
Fazit: Was soll ich sagen? Erneut ein verdammt gutes Bier von Lindenbräu. Ich kann irgendwie nichts so richtig beklagen, außer den Schaum. Der war beim Festbier aus selbiger Brauerei aber ebenfalls eher instabil und hat trotzdem nichts am Ergebnis ändern können. So ist es auch heute. Glückwunsch. Erneut 10/10.