Störtebeker Mittsommer-Wit

Störtebeker Mittsommer-Wit

von: Bierblog

erstellt am: 22.06.2022

Etwas außerplanmäßig gibt es heute einen Test, gerade richtig zur Sommersonnenwende, Mittsommer, Midsommar (übrigens auch ein guter Film!), Johannistag. Viele Begriffe für ähnliche Festivitäten, die alle mehr oder minder im selben Zeitraum stattfinden. Irgendwann zwischen dem 21. und 24. Juni. Ich begebe mich mit dem Mittsommer-Wit also heute einfach dazwischen und dann wird es schon irgendwie passen. Ich hatte ja schon einmal ein Wit, das mir sehr gefiel. Spritzig-aromatisch soll die heutige, im belgischen Stil gebraute, Spezialität sein, aber lassen wir die Flasche sprechen.

Mittsommer-Wit ist eine obergärige Brauspezialität nach belgischer Brauart mit Stammwürze 11,9%. Genusstemperatur 8°C. Alkoholgehalt: 4,7% vol. Weizen und Haferflocken verleihen dem Bier das leichte, cremige Mundgefühl und den vollen Körper. Übersee-Gewürze und die warme Gärung sorgen für würzige Aromen nach Koriander und Pfeffer sowie die sommerlich spritzige Kohlensäure. Milde Hopfung mit der Sorte Ariana unterstreicht die Fruchtnoten.

Verrückt, da ist wirklich Pfeffer drin und noch so manches mehr, weas eigentlich nicht ins Bier gehört, aber heute habe ich meinen großzügigen Tag. Hauptsache es schmeckt.

Störtebeker Mittsommer-Wit

Farbe: Sommerlich gelb, könnte locker ein Pils, ein Helles, oder auch ein Weißbier sein. Es strahlt einen golden an und wirkt leicht trüb.

Geruch: Dafür, dass es mild gehopft sein soll, riecht es aber sehr hopfig, erinnert mich an Pils, sehr würzig-herb. Ich meine auch den Pfeffer und die Frucht herauszuriechen, nur den Koriander bemerke ich (noch) nicht.

Schaum: Schäumt ordentlich, hält sich auch etwas im Glas. Nicht ganz so stabil wie bei sonstigen obergärigen Bieren, aber besser als z.B. ein Helles.

Einstieg: Wie das prickelt. Richtig viel Kohlensäure drin, aber im Sommer finde ich es passend. Zunächst sehr malzbetont mit ordentlich Süße, die auch vom Hafer stammen könnte. Dezente Fruchtnoten, Orange und andere tropische Früchte. Alles noch relativ zahm.

Auf der Zunge: Es wird vollmundiger und noch spritziger. Zitrone schmecke ich jetzt ganz deutlich. Koriander oder Pfeffer schlagen sich geschmacklich allerdings nicht nieder. Da hatte ich schon mal ein Bier, das relativ scharf geraten war, was hier aber nicht der Fall ist. Hier bleibt es bei Malzsüße, Frucht und würzigen Hopfenölen. Es gesellt sich noch Vanille hinzu. Dazu eine leicht sämige Konsistenz. Bis hier also ziemlich rund.

Abgang: Ganz zum Schluss wird es hefig-bananig, aber auch etwas brotig. Das Bier weiß wohl nicht ganz wohin es will? Vielleicht ist es auch sortentypisch. Tatsächlich bin ich zum ersten Mal in meinem Leben der Meinung, dass man die Banane hier hätte weglassen können, aber dann wäre es wohl eher ein Ale statt ein Wit-Bier geworden. Was soll’s, süffig ist es trotzdem.

Fazit: An sich gefällt mir dieses Bier richtig gut, nur ganz am Ende stört mich einmal die Banane neben all den anderen Früchten und der ansprechenden Malzkomponenten. Das drückt die Wertung minimal nach unten, aber wer beklagt sich schon über 9/10 Punkte? Es muss doch immer Raum zur Verbesserung geben. Lernt man in jedem Management-Seminar.

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