Ur-Krostitzer

Ur-Krostitzer

von: Bierblog

erstellt am: 02.09.2022

Heute verschlägt es mich, jedenfalls im Geiste, in die Nähe von Leipzig, wo das Ur-Krostitzer Pilsner herkommt. In königlicher Tradition gebraut und vielleicht eine Spur stärker als die bisherigen Industrie-Pilsner? Glaubt man der Flasche, dann bekomme ich jedenfalls ein besonderes Bier zur Verkostung:

Ausgewählte Rohstoffe und reines Brauwasser aus eigenem Brunnen geben unserem Pilsner seine charaktervolle, feinherbe Hopfennote.

Das wusste bereits Gustav II. Adolf von Schweden zu würdigen, der als Zeichen höchster Anerkennung seinen Ring für eine Kanne Krostitzer Bier gab.

Na, vielleicht war er auch einfach nur schon betrunken genug.

Ur-Krostitzer

Farbe: Goldgelb, passt also für ein Pils, genauso wie die Filtration. Ich sehe nur wenige Kohlensäureperlen aufsteigen. Hoffentlich wird es kein schales Bier.

Geruch: Kein starker Duft, riecht dezent nach brotigen Malzen und Hopfenwürzigkeit. Hoffentlich schmeckt es kräftiger, als es riecht.

Schaum: Außen grobporig, innen mittelporig. Weiß und für Pilsner Verhältnisse sogar recht stabil. Bislang die beste Schaumkrone dieser Testwoche.

Einstieg: Etwas Kohlensäure gibt es schon, aber eher am unteren Ende der CO2-Gehaltsskala. Ansonsten sehr süß, beinahe zuckrig; das hatte sich im Geruch gar nicht so angekündigt.

Auf der Zunge: Das Bier bekommt einen leichten Teiggeschmack, jedoch mehr wie von Kuchen als von Brot. Ich bin es von den letzten Bieren nicht anders gewohnt, daher kommt es wenig überraschend, dass das Ur-Krostitzer insgesamt relativ dünn und am Ende auch nicht sonderlich erfrischend schmeckt. Je weiter das Bier Richtung Hals fließt, desto deutlicher wird zumindest die feinherbe Komponente, die von der Flasche beschrieben wurde.

Abgang: Bei feinherb bleibt es nicht, denn im Abtrunk gibt es dann noch einmal ordentlich Bitterstoffe oben drauf. Zu viel für meinen Geschmack. Sie kontern zwar die anfangs unangenehme Süße, aber sind dann doch zu dominant, um das Bier noch süffig bleiben zu lassen.

Fazit: Schwierig. Anfangs unangenehm süß, dann dünn, aber noch nicht total wässrig und am Ende etwas zu bitter. Gibt sicher Leute, denen es genau so gefallen würde. Ich sehe es gerade so etwas besser als das Radeberger, aber auch dezent schwächer als die anderen Testexemplare. Schade um des Königs Ring. 3/10.

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