Weiße Eule

Weiße Eule

von: Bierblog

erstellt am: 22.04.2022

Die Biere von Nikl-Bräu haben immer so eigentümliche Namen. Letztens hatte ich von dort das Michala Dunkles Kellerbier, das ich ziemlich gut fand. Heute ist es das Weizen. Was soll da auch schiefgehen? Ein fränkisches Weißbier, das mir nicht gefällt - sehr unwahrscheinlich, aber warten wir den Test ab und lauschen andächtig den Ausführungen der Bierflasche.

Unsere “Weiße Eule” ist die neueste Bierspezialität. Dieses obergärige Hefeweizen besticht durch sein dominantes, fruchtiges Bananenaroma.

Neu ist immer besser! So sagte jedenfalls einer der großen Philosophen des frühen 21. Jahrhunderts. Von der Beschreibung her klingt das Bier jedoch klassisch. Macht aber nichts, es muss ja nur schmecken.

Weiße Eule

Farbe: Wie ein Weißbier eben so aussieht: hell! Wobei man ja sagen muss, dass es auch durchaus Weizenbiere gibt, die in Richtung Bernstein gehen oder sogar ganz dunkel sind. Dieses hier lässt sich farblich jedenfalls mit einem Bayerisch Hell vergleichen. Das Foto täuscht also ein bisschen. Läuft übrigens sehr klar in die Flasche, daher unbedingt die Hefe mit aufschütteln!

Geruch: Nach Banane riecht es auf jeden Fall, aber auch Honig und Malz verteilen sich auf den Duft. Rieche ich da ein bisschen Vanille? Ja doch, definitiv.

Schaum: Superstabil und wie so oft schäumt es einfach zu sehr, um das Bier in einem Durchgang in die Flasche zu bekommen. Vielleicht stelle ich mich nur zu doof an?

Einstieg: Natürlich richtig schön viel Kohlensäure. Dann dominiert die Hefe, die recht streng daherkommt. So weit, so klassisch. Die Süße ist an dieser Stelle noch etwas stärker als die Frucht.

Auf der Zunge: Je weiter das Bier dann den Gaumen erobert, desto mehr eröffnet sich einem die Geschmacksvielfalt dieses Hefeweizens. Karamell- und Honignoten, Banane und etwas Erdbeere, Vanille und sogar Zimt, eben die ganze Palette an Aromen, die so eine richtig gute Weizenhefe erzeugen kann. Fühlt sich nun auch weicher an als im Antrunk. Insgesamt ein äußerst erfrischendes Bier mit einer ausgezeichneten Gesamtkomposition.

Vielleicht ein minimaler Kritikpunkt: es dürfte von allem noch etwas mehr sein. Das Bier ist weit davon entfernt, wässrig oder dünn zu sein, es könnte nur einfach noch kräftiger schmecken, als es das schon tut. Die Grenze zum Weizenbock ist bei erhöhter Malzzugabe aber sicherlich schmal, daher kann ich hier feststellen, dass das Optimum so gut wie erreicht worden ist.

Abgang: So setzt sich das hohe Niveau auch im Abtrunk fort. Die Banane nimmt weiterhin zu und die Frucht hat nun die Herrschaft über den Geschmack übernommen. Süffig wie Sau!

Fazit: Lecker! Ein richtig gutes Weißbier, das viele seiner Rivalen schlägt und mir sogar leicht besser gefällt als das Kellerbier aus derselben Brauerei. Ich habe es wahrlich genossen und vergebe beinahe die Höchstnote. 9,5/10.

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