Klosterbräu hat bei mir bislang immer dieselbe Note erhalten. Grund genug, um auch das Braunbier dieser Brauerei zu testen. Außerdem gab es Braunbier als Sorte bislang erst ein einziges Mal im Blog, ebenfalls mit derselben sehr guten Note. Kommt mir heute also vor wie eine sichere Nummer, aber warten wir es ab.
Der über 480jährigen Tradition des Fürstbischöflichen Braunbierhauses verpflichtet, wird diese bernsteinfarbene, malzbetonte Köstlichkeit, unser beliebtes Bamberger Braunbier, nach alten Klosterrezepten und langjähriger Tradition eingebraut!
Auch wenn ich meine, dass Braunbier damals eher dünne, bräunliche Plörre war, bin ich doch erfreut, dass ich heute wohl etwas besseres vorgesetzt bekomme.
Farbe: Sieht auf dem Foto dunkler aus als es ist. Eine rötliche Bernsteinfarbe kann ich dem Bier jedenfalls bescheinigen. Zudem sauber filtriert, was Braunbiere traditionell nicht waren. Macht nix. Sieht zum Glück nicht nach Plörre aus.
Geruch: Malzbetont ist es im Geruch definitiv schon mal. Richtig schön getreidig, wie flüssiges Mischbrot. Der würzige Duft wird noch durch eine feine Hopfenblume veredelt.
Schaum: Viel gab es nicht und lange halten tat er sich auch nicht. Schade.
Einstieg: Ganz viel Kohlensäure. Ätzt schön rum an der Zunge, aber ich beklage mich nicht wirklich. Spritzig find ich meistens gut. Dahinter schön brotig und auch mit einer guten Portion Malzsüße. Ordentlicher Auftakt.
Auf der Zunge: Weiterhin prickelnd, weiterhin flüssiges Brot. Eine durchaus vollmundige Angelegenheit, die jetzt noch durch ein paar Röstaromen und feinherbe Hopfenkomponenten ergänzt wird. Hinterlässt so einen Eindruck von Zartbitterschokolade, der doch vieles überlagert. Nicht komplett ausgewogen.
Abgang: Es wird nicht bitterer, es bleibt bei dieser Mischung aus Brot und dunkler Schokolade. Erinnert mich ein wenig an Bockbier. 5,5% Alkohol ist auch gar nicht so weit davon entfernt. Süffig ja, aber es droht, zu alkoholisch zu werden.
Fazit: Erneut ein gutes Bier, das eine hohe Drinkability aufweist und sich problemlos in die restlichen gefälligen Sorten der Brauerei einreiht. 8/10.