Weißenoher Kloster-Sud

Weißenoher Kloster-Sud

von: Bierblog

erstellt am: 18.06.2022

Aus der Weißenoher Brauerei hatte ich, neben ihrem Eucharius Märzen, auch schon mal ein Bier, das fast genauso hieß und aussah wie mein heutiges Testexemplar. Sogar der Text auf dem Etikett ist anfangs derselbe. Da es trotzdem ein paar Unterschiede gibt, bleibt zu hoffen, dass ich jetzt nicht den gleichen Sud in anderer Verpackung teste.

Rotgoldene, malzwürzige Seltenheit nach klösterlicher Brauart, dreifach gekocht.

Anno Domini 1050, zur Zeit der ersten Mönche in Weißenohe, fehlte es sommers an der Möglichkeit, frisch gekochte, heiße Bierwürze zu kühlen. Die Bierbrauer wussten sich zu helfen und brauten während der letzten Winterwochen ein untergäriges Bier mit hoher Hopfen- und Malzgabe, das sich in den eingekühlten Felsenkellern den ganzen Sommer über hervorragend hielt. Mit diesem Spezialbier führen wir diese Tradition fort. Heute wie damals der besondere Biergenuss.

Nun ja, zwar wussten die Brauer damals noch gar nicht, was untergärig bedeutet, aber das soll ihre Leistung nicht schmälern.

Weißenoher Kloster-Sud

Farbe: Eine wunderschöne, rötliche Farbe. Könnte auch ein Nürnberger Rotbier sein. Zudem glasklar filtriert (sieht man auf dem Foto nicht so gut), aber trüb hätte ich es genauso akzeptiert.

Geruch: Kein so intensiver Duft. Am ehesten bemerke ich brotig-karamellige Malzdüfte, die auf ein süffiges Geschmackserlebnis hoffen lassen. Könnte typisch fränkisch werden und mal ehrlich: wann hat eine Klosterbrauerei einen schon mal nachhaltig enttäuscht?

Schaum: Die Schaumkrone ist nun nicht beeindruckend, insgesamt jedoch solide. Ein bisschen davon bleibt auch stets im Glas.

Einstieg: Eine prickelnde Angelegenheit. Recht süß zu Beginn, aber ich ahne, dass es vielleicht sogar gleich feinherb wird. Da deutet sich etwas an. Hopfen macht ein Bier ja auch haltbar, wenn der Felsenkeller womöglich doch mal zu warm wird.

Auf der Zunge: Die vorhergesehenen Aromen sind alle vorhanden. Brot, Toffee und ich meine sogar eine leichte Kaffeenote zu spüren oder ist das am Ende doch nur der Bitterhopfen?. Süße und Würzigkeit halten sich jetzt jedenfalls die Waage. An sich hatte ich das Bier noch etwas kräftiger erwartet. Ein schlankes Bier ist es hingegen auch nicht. Irgendwo dazwischen, aber mit Tendenz zur Vollmundigkeit.

Abgang: Jetzt wird es kräftiger, vor allem die brotigen Noten werden jetzt zu Pumpernickel mit Pflaume. Die Bittere bleibt jedoch auch, was ein bisschen an der Süffigkeit nagt.

Fazit: Solide, keinesfalls schlecht, aber auch nicht herausragend gut. Es kratzt am Daumen-hoch-Bereich, aber schafft es nicht ganz bis dorthin. 6,5/10.

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