Auf ein Drittes von Staffelberg-Bräu. Nach dem Loffelder Dunkel und dem Hopfen-Gold-Pils, die beide ziemlich gut waren, also heute das Wienerla. Vom Namen her würde ich jetzt ein Wiener Lager erwarten, wie ich es zuletzt auch schon im Blog hatte, aber lassen wir die Flasche selbst sprechen:
Unfiltriert und ungespundet. Aufwendig im Drei-Maisch-Verfahren mit über 50% Wiener Malz und einer Stammwürze von P12 gebraut, single gehopft mit einer der ältesten Hopfensorten, dem Hallertauer Merkur, 8 Wochen im Lagerkeller gereift. Ein Hochgenuß, wohl bekomm’s!
Man darf gespannt sein.
Farbe: Eine schöne, langsam ins Rötliche gleitende Bernsteinfarbe mit gut sichtbarer Trübung. Das macht gleich Lust auf mehr.
Geruch: Vor allem malzig-getreidig und ein bisschen süß. Zudem leicht fruchtig. Ich bin mit dem Merkur noch nicht so vertraut, aber eine kurze Recherche zeigt, dass die Frucht wohl von eben diesem Hopfen kommt. Iinteressant.
Schaum: Nicht zu viel und nicht zu wenig. Eine durchaus ansehnliche, feste und relativ cremige Schaumkrone.
Einstieg: Für ein ungespundetes Bier hält es aber doch eine gute Portion Kohlensäure parat. Ein angenehmes Prickeln, ein weicher Antrunk. Getreidig und würzig. Ein bisschen Bittere ist auch schon im Anflug.
Auf der Zunge: Ein bisshen Süße gibt es. Diese verbindet sich wunderbar mit den bereits beschriebenen brotig-würzigen Aromen. Ein vollmundiges Bernsteinbier, wie man es aus Franken kennt. Damit es nicht zu einer nervigen Süße kommt, wird es von einer angenehmen, feinherben Komponente begleitet. Gelungene Gesamtkomposition. Da es weiterhin spritzig bleibt, hat das Bier ebenso einen Erfrischungsfaktor.
Abgang: Es wird eine Spur bitterer und normalerweise würde ich mich jetzt beklagen, wenn die Bittere nicht sofort wieder schwinden würde. Stattdessen wird den restlichen Aromen noch einmal mehr Platz eingeräumt. Süffig.
Fazit: Das ist mal wieder eines dieses Biere, wo es für mich von Anfang bis Ende stimmte. 2024 mag nicht das beste Jahr in der Geschichte gewesen sein, aber für dieses Blog war es ein ausgzeichnetes Bierjahr. 10/10.