Sternquell Pilsner

Sternquell Pilsner

von: Bierblog

erstellt am: 25.11.2022

Mit Sternquell begebe ich mich mal wieder nach Sachsen, genauer gesagt ins Vogtland, und bin gespannt, was hier als Pils aufgeboten wird. Auf jeden Fall gab es scheinbar dieses Jahr zum ersten Mal die Sternquell Wiesn. Mehr verkündet die Flasche leider nicht. Immerhin aber die Website der Brauerei betreibt ein bisschen Werbung.

Vogtländisches Wasser, heimisches Gerstenmalz und feiner Aromahopfen kombiniert mit unserer jahrhundertealten sächsischen Brautradition und der Hingabe unserer Braumeister: Diese Zutaten machen unser Sternquell Pilsner unvergleichlich. Denn nur so entsteht die einzigartig ausgewogene, feinherbe Note, die dieses Bier zum meistgetrunkenen Pils im Vogtland macht.

Außerdem:

Unser untergäriges Sternquell Pilsner verfügt über einen unverwechselbaren klassisch-herben Hopfengeschmack sowie einen feinsahnigen Schaum. Darüber hinaus machen es ein ausgeprägter aromatischer Geruch und seine prickelnde Frische zu einem wahrlich einzigartigen Pils. Wie alle unsere Biere wird auch das Sternquell Pilsner traditionell nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut.

Na dann bin ich aber gespannt, in welche Pils-Richtung es geht.

Sternquell Pilsner

Farbe: Farblich wurden keine Fehler gemacht. So und nicht anders hat ein Pils auszusehen. Goldgelb und klar. Hach, wie die Kohlensäure aufsteigt. Ist es nicht schön?

Geruch: Mal schauen, ob es mehr nach Hopfen schmeckt, als es riecht. Zu diesem Zeitpunkt nehme ich eher eine Malznote wahr und vielleicht auch ein bisschen Heu. Dazu aber auch etwas Pappe. Da bekomme ich glatt ein bisschen Angst, dass ich eine oxidierte Flasche erwischt habe.

Schaum: Ob ich es nun feinsahnig nennen würde? Vielleicht. Definitiv dichter, feinporiger und recht stabiler Schaum, dessen Ausläufer auch noch einige Zeit im Glas verbleiben.

Einstieg: Ein eher sanftes Prickeln, da haben manche Pilsner doch deutlich mehr Rezenz vorzuweisen. Muss aber nichts heißen, macht den Antrunk immerhin angenehm weich. Dazu gibt es eine Portion Malzsüße, beinahe ein bisschen wie Honig.

Auf der Zunge: Hier wird es direkt herber, aber die getreidigen Inhaltsstoffe sind noch herauszuschmecken. Ein ganz schlanker Körper, man könnte auch sagen: ein Hauch von nichts. Dazu leicht säuerlich. Was haben wir also? Minimale Weißbrotrinde, dazu ein bisschen Bitterkeit und die abnehmende Süße. Gehaltvoll oder vollmundig ist das nicht, auch wenn der Aromahopfen in seiner klassisch würzigen Form durchaus zur Geltung kommt. Schmeckt also schon nach Pils von der Hopfung her, doch eher (nord)deutsch und nicht böhmisch, trotz der geografischen Nähe.

Abgang: Es wird zum Glück nicht bitterer, aber die vorhandene Bittere ist das, was am meisten im Gaumen hängen bleibt, danach das Säuerliche (vielleicht Sauermalz?). Nicht die beste Kombination für Süffigkeit. Euja! würden die Vogtländer dazu vielleicht sagen.

Fazit: Ich muss zugeben, dass ich ein schlechteres Pils erwartet hatte, da Sternquell sein Ruf hier nicht immer im positiven Sinne vorauseilt. Letzten Endes ist es aber ein recht durchschnittliches Pils, dass ich definitiv vor dem Radeberger, Sternburger, Ur-Krostitzer und auch knapp vor dem Feldschlösschen oder Freiberger oder Wernesgrüner verorte. Wer hätte das vorher gedacht, dass es von den sächsischen Pilsnern am besten abschneiden würde? 5/10.

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